Brundibár

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Mit großem Erfolg ging unser Projekt über die Bühne:

„Du glaubst mir, ich glaube dir.

Du weißt, was ich weiß.

Was immer kommen mag, du verrätst mich nicht,

ich verrate dich nicht.“

Von jeher stand dem Schrecken dunkler Zeiten stets auch Freundschaft, Treue und Vertrauen gegenüber. Diese Werte finden sich deshalb nicht nur in dem obigen Schwur, durch den sich die Mädchen des Theresienstädter Heims L410 Freundschaft, Zusammenhalt und Solidarität versicherten, sondern spiegeln sich darüber hinaus auch in der 1941 uraufgeführten Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása wider, die Schüler der 5. bis 12 Klasse im Januar 2016 zur Aufführung gebracht haben.
Insgesamt soll die Oper über 50-mal im Konzentrationslager Theresienstadt zur Aufführung gebracht worden sein. Überdies hat sie auch Eingang in den nationalsozialistischen Propagandafilm über Theresienstadt gefunden, mit dem die „positiven“ Zustände in den Konzentrationslagern demonstriert werden sollten. Dem Inhalt merkt man diesen belasteten Hintergrund dabei gar nicht an, was vielleicht auch gerade der Grund gewesen ist, aus dem die Arbeit an dem Projekt für viele Kinder einen derartig wichtigen Gegenpol zum Lagerleben dargestellt hat.

Die Geschichte handelt von Pepícek und Aninka, die – um das benötigte Geld für die Milch für ihre kranke Mutter zu beschaffen – auf dem Marktplatz singen. Die Idee dazu kommt ihnen durch den Leierkastenmann Brundibár, der mit seiner Drehorgel Geld verdient. Obwohl die Kinder für ihre Musik leider kaum Anerkennung erhalten, sieht Brundibár in ihnen eine Konkurrenz, woraufhin er sie vom Marktplatz vertreibt. Als sie jedoch am nächsten Morgen, nachdem ihnen in der Nacht zuvor drei Tiere erschienen sind, die ihnen ihre Hilfe angeboten haben und einige Kinder aus der Nachbarschaft für das Vorhaben gewinnen konnten, auf den Marktplatz zurückkehren und mit ihren neuen Freunden gemeinsam singen, können sie ausreichend Geld aufbringen und sogar Brundibár bei dessen Versuch, das Geld zu stehlen, bezwingen.

Seit ihrer Wiederentdeckung Ende der 70er Jahre wurde die Oper in vielfältiger Weise aufgearbeitet und in Szene gesetzt, was sich auch unser P-Seminar zum Ziel gesetzt hat. In Zusammenarbeit mit den Theaterklassen, dem Chor und einem speziell zu diesem Zweck gegründeten Instrumentalensemble, haben wir in vielen Monaten an der Inszenierung dieser Oper sowie an einem geeigneten Rahmenprogramm gearbeitet, das unter anderem eine Ausstellung zu den historischen Hintergründen der Oper eigeschlossen hat. Am 19., 20. und 21. Januar 2016 haben wir das Stück dann schließlich im Shalom Europa zur Aufführung gebracht.

Die Arbeitsgruppe „Öffentlichkeit“ (P-Seminar Brundibár)