DUDE – Du und deine Emotionen

Das RIG macht mit! – Ein Modellprojekt zur Emotionsregulation von Kindern und Jugendlichen

Die letzten zwei Jahr haben ihre Spuren hinterlassen. Diese mantraartig sich wiederholende Aussage ist uns allen hinlänglich bekannt. Die Umstände haben es gerade Kindern und Jugendlichen nicht leicht gemacht. Aus diesem Grunde haben wir uns am Riemenschneider-Gymnasium dazu entschieden, an einem von der Universität Würzburg geleiteten Projekt „DUDE – Du und Deine Emotionen“ teilzunehmen. Für die Durchführung dieses Modellprojekts zur Emotionsregulation von Kindern und Jugendlichen erhielten 16 Lehrkräfte unserer Schule in einem zweitägigen Workshop eine eingehende Schulung, um den Kindern und Jugendlichen die Inhalte des Programms näherbringen zu können. Schon hierbei hatten die teilnehmenden Lehrkräfte (15 Lehrerinnen und ein Lehrer) viel Freude und konnten sich mit dem außerordentlich durchdachten Aufbau der einzelnen Einheiten des Projekts vertraut machen. Das Projekt wurde in unseren 6. und 7. Klassen durchgeführt. In der Zeit nach den Faschingsferien bis Ostern kamen die jeweiligen Klassengruppen mit den ihnen zugewiesenen LehrerInnen fünfmal für je zwei Schulstunden zusammen.

Hauptinhalt der Stunden war die Frage, was sind Emotionen, warum gibt es sie und wie kann ich mit ihnen so umgehen, dass man sich insgesamt wohl in seiner Haut fühlt. Das von Psychologinnen und Psychologen der Universität Würzburg erarbeitete Programm hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche bei der Regulation ihrer negativen Emotionen zu unterstützen, ihnen Handwerkszeug an die Hand zu geben das Aufkommen dieser unguten Gefühlszustände rechtzeitig zu erkennen, zu akzeptieren und schlussendlich zu bewältigen.

Das Bild des „Gefühle-Surfens“ wurde den SchülerInnen hierbei sehr eingängig vermittelt und die damit einhergehende Einsicht, dass es unsinnig ist, sich gegen Gefühle zu wehren, genauso wie es unsinnig ist, sich gegen eine große Welle zu stellen.

In den 5 Doppelstunden waren die SchülerInnen immer wieder aufgefordert, selbstständig herauszufinden, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, um ihre negativen Emotionen zu bewältigen. Ein Arbeitsheft, das die Jugendlichen zu Beginn des Projekts zur Verfügung gestellt bekamen, enthielt viele wichtige und interessante Anregungen in Bezug auf das Thema Emotionen. Besonders beachtenswert waren neben den Aufgaben ein sogenannter Gefühlskompass, anhand dessen die SchülerInnen ihre Emotionen mittels gewisser körperlicher Reaktionen und Verhaltensweisen einzuordnen lernten.

Nachdem die SchülerInnen den Sinn von Emotionen, ihre Schutzfunktion erkannt hatten, fanden sie heraus, wie sie in Stresssituationen eben diese regulieren können. Hier entdeckten sie Tätigkeiten wie Musik hören, sich mit FreundInnen treffen, Sport zu reiben oder Computerspiele zu spielen als einfache und realistische Möglichkeiten, sich zu entspannen und zu beruhigen. In freiwilligen Hausaufgaben erprobten die SchülerInnen in realen Situationen den Einsatz dieser sogenannten Stress Skills. Sehr rege war die Beteiligung der SchülerInnen in den 5 Doppelstunden. Das Mitteilungsbedürfnis in den meisten Klassen erfreulich groß. Einmal mehr wurde deutlich, dass Schule ein Ort sein kann und soll, an dem SchülerInnen die Gelegenheit erhalten, über ihre pubertätsbedingt so oft so widersprüchlichen Gefühle zu sprechen. Anzuerkennen, dass diese Gefühlsschwankungen ihre Berechtigung haben, dass sie ihren Sinn haben und dass man lernen kann, diese zu regulieren, ist ein entscheidender Teil des Projekts DUDE. Das Verstehen, dass jedes Gefühl seine Berechtigung hat, war für viele SchülerInnen ein sehr befreiendes Gefühl. Besondere Freude hatte die SchülerInnen bei den zahlreichen Spielen, die das Programm für die bereithielt. Sei es bei Übungen zur Stressminimierung durch körperliche Ertüchtigung (das Spiel Stresshocke musste beispielsweise in einer Gruppe abgebrochen werden, da die SchülerInnen viel zu lange in dieser Position verharren konnten) oder aber in gruppendynamischen Spielen.

Hierbei wurde auf eindringliche Weise deutlich, dass man im Team weiter kommt als alleine. Die Notwenigkeit einer intakten Klassengemeinschaft wurde den Jugendlichen mittels eines Spiels, in dessen Verlauf sie durch geschicktes Miteinander einen Weg über Stühle durch einen Raum erschließen mussten, vor Augen geführt.

Insgesamt sind wir sehr froh darüber, dass wir dieses Projekt in seiner Pilotphase kennenlernen und es durchführen konnten. Für die Zukunft ist geplant, dass DUDE in der 6. oder 7. Jahrgangsstufe als festen Bestandteil des Unterrichts weitergeführt wird. Die Unterstützung der Projektpartner, der Universität Würzburg und der Kaufmännischen Krankenkasse ist uns sicher. Hier hat man erkannt, dass eine erfolgreiche Emotionsregulation die Grundlage für ein glückliches und erfolgreiches Leben von Kindern und Jugendlichen ist. Am Riemenschneider haben wir das auch erkannt und freuen uns schon auf die zweite Runde von DUDE – DU und Deine Emotionen!

Theresa Salfner-Funke