Auf den Spuren der Keilschrift

Klasse 6a forscht im Rahmen von Geschichte und Natur und Technik an der Universität

Im Rahmen der Ausstellung Ninive. Bilder aus Sanheribs „Palast ohnegleichen”  bot das Keilschrift-Labor der Universität Würzburg Schülerinnen und Schülern die einzigartige Möglichkeit, Inhalte aus den Fächern Geschichte und Natur und Technik interdisziplinär und interaktiv zu erkunden – und unsere Schule war mit der Klasse 6a, begleitet von den Lehrkräften Frau Krüger und (im Wechsel) Herrn Michaeli und Frau Haaf, dabei. Organisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit der Lehrstühle für Altorientalistik und Didaktik der Chemie; die organisatorische Vorarbeit auf Seiten des RIG leistete Frau Krüger.

Als roter Faden diente die Entstehung der Schrift im Alten Orient und die Verwendung von Wachs als Schriftträger. Der Altorientalist Prof. Daniel Schwemer begeisterte die Kinder mit einer überaus anschaulichen und anekdotenreichen Einführung in die Geschichte, Leistungen und Gedankenwelt der Assyrer und anderer altorientalischer Völker. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf König Sanheribs überwältigendem Palast in Ninive, dem heutigen Mosul, und auf der Kriegsbegeisterung dieses Herrschers. Ein Mitarbeiter des Instituts hatte dafür eigens Holzschwerter gefertigt, um den Kindern einen Eindruck zu vermitteln, wie assyrische Schwerter aussahen.keilschrift2

keilschrift7Anschließend bekamen die Schülerinnen die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung auf selbstgeformten Tontafeln (die anschließend mit nach Hause genommen werden durften) das Keilschrift-Schreiben zu üben. Nach einer kurzen Pause stand der Werkstoff Wachs im Vordergrund, auf dem das altorientalische Volk der Hethiter schrieb. Durch eigene chemische Untersuchungen erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über den Werkstoff und durften auf der Grundlage ihres neu erworbenen Wissens schließlich ihr individuelles, ideales Rezept für eine Wachs-Schreibtafel erstellen und erproben.keilschrift3Da nur eine einzige originale hethitische Wachstafel erhalten ist, sind die Forscher darauf angewiesen, durch die Trial and Error – Methode der genauen Zusammensetzung des Werkstoffes in altorientalischer Zeit auf die Spur zu kommen. Ein besonderer Clou dabei: Die akribisch protokollierten Ergebnisse der Versuche unserer Schülerinnen und Schüler fließen in die Forschung zu diesem Themenbereich ein.

In einem abschließenden Wettbewerb kürte die Experten-Jury schließlich die beste historische Schreibtafel der Klasse. Die Siegergruppe erhielt unter großem Applaus eine mit Keilschrift verzierte Schokoladentafel, aber auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten kleine Präsente als Dank für ihre Mitarbeit. Die Organisatoren von der Universität Würzburg waren vom Interesse und der Mitarbeit der Klasse 6a begeistert. Dieses Kompliment geben wir gerne zurück, denn der Enthusiasmus der Organisatoren für den eigenen Forschungsbereich übertrug sich auf die Kinder.

Wir danken Herrn Prof. Schwemer, Frau Weirauch und allen anderen beteiligten Mitarbeitern der Universität Würzburg für dieses einzigartige und mit großen Engagement durchgeführte Projekt, das sich sicherlich sehr nachhaltig auf die Arbeit in den Fächern Geschichte und Natur und Technik auswirken wird!keilschrift4

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