Erfahrungsbericht Frankreichaustausch

Frankreichaustausch in Beaugency  – 6. März bis 14. März 2016

Neun Tage in einer fremden Familie warteten auf uns! Nach einer langen Fahrt kamen wir aufgeregt am Abend in Beaugency an und wurden herzlich von unseren Gastfamilien empfangen.

Am nächsten Tag berichtete jeder von seinen ersten Eindrücken. Anschließend zeigten uns die Franzosen ihre Schule, die uns sehr groß und interessant erschien, da nicht jede Klasse ein Klassenzimmer hatte, sondern es für jedes Fach ein „bâtiment“ gab und die Schüler die Räume wechseln mussten. Danach hatten alle Deutschen mit ihren französischen Austauschpartnern Unterricht. Nach dem gemeinsamen Essen in der Kantine machten wir bei Minusgraden eine Schnitzeljagd durch Beaugency.

Der für die Deutschen beeindruckendste Tag war der Tag in Paris, den wir ohne unsere Austauschpartner verbrachten. Dort besichtigten wir unter anderem den Eiffelturm und Sacré Cœur. Am Nachmittag hatten wir Freizeit, in der wir alleine weiter Paris entdecken und shoppen gehen konnten, was allerdings viele deprimierte, da es teurer war als gedacht.

Langsam wurde das Leben in Frankreich und in den Gastfamilien zum Alltag. Und so gingen wir auch am Mittwoch wieder mit in die Schule, allerdings nur zwei Stunden. Danach schauten wir einen französischen Film im „amphithéâtre“ der Schule an. Nach dem Essen in der Kantine war es sehr leise in der Schule, da mittwochs die meisten Schüler nach dem Essen nach Hause gehen und somit der Mittwoch der „kurze“ Schultag in Frankreich ist. Wir machten allerdings noch Crêpes und Gesellschaftsspiele. Anschließend verbrachten wir den Abend in den Familien, was natürlich dazu führte, dass man immer mehr Mitglied der Familie wurde.

Atemberaubend war außerdem das Schloss Chambord, welches wir am Donnerstag bei wiederum eisigen Temperaturen mit den Franzosen besichtigten. Bei diesem Ausflug bewunderten wir nicht nur die Vielfältigkeit der französischen Architektur, sondern man spürte auch, dass wir immer mehr mit unseren Austauschpartnern zusammenwuchsen. Dies machte sich nicht nur durch die überragende Gemeinschaft bemerkbar, sondern auch durch die andauernd gute Laune der Austauschpartner.

Am Freitag besichtigten wir den letzten Wohnsitz von Leonardo da Vinci, das Clos Lucé in Amboise. Dort beschäftigte sich eine Hälfte der Klasse in Workshops mit Gewürzen im Mittelalter und in der Renaissance und die andere Hälfte mit Brücken und Architektur. Danach wurden uns Arbeitshefte ausgeteilt und Aufgaben gestellt, die wir auf dem Gelände erledigen sollten. Anschließend aßen wir unsere Brotzeit, die immer ziemlich großzügig von den Familien zusammengestellt wurde. Als alle dann wieder gesättigt und zufrieden waren, gingen wir zum wunderschönen Schloss von Amboise – das war sogar beheizt! Dort hatten wir jedoch nur eine Stunde, was wir sehr schade fanden, da das Schloss und auch der riesige Außenbereich sehr schön waren. Den Nachmittag verbrachten wir alle dann in Amboise mit unseren Austauschpartnern.

Auf das Wochenende waren wir Deutschen sehr gespannt, da es nochmal etwas komplett anderes ist, zwei Tage in einer fremden Familie mit einer fremden Sprache zu verbringen. Dennoch gefiel uns das Wochenende gut, da jede Familie sich etwas anderes für ihren Gast ausgedacht hatte. So fuhr eine Familie in den Zoo von Orléans, eine andere ging mit ihrem Gast ins Kino und wieder andere unternahmen eine Wanderung. Am Montag war es dann Zeit, „au revoir“ zu sagen. Das war für viele nicht einfach, aber die Aussicht darauf, dass wir uns alle Ende April wieder sehen, vereinfachte den Abschied dann doch ein wenig. Alles in allem gefiel uns der Austausch sehr gut und jeder sammelte viele neue Erfahrungen.

Viktoria Vogt, Clara Ulrich, Anne BernhardOFAJ_Partner_Logo