Abwechslungsreiche Projekttage

Verschiedenste Projekte von 3D-Fotografie bis zum Besuch beim Jugendrichter

Trotz der großen Hitze in der letzten Schulwoche verliefen die Projekttage sehr gut und viele Schüler*innen gaben positives Feedback. Es gibt Projekte, die nun schon „Dauerbrenner“ sind und seit drei Jahren immer wieder angeboten und gewählt werden, dazu zählen Zeit für Handarbeit, wo neben Stricken und Häkeln inzwischen auch das Nähen auf der Maschine angeboten wird, ferner 3D-Fotografie, Astronomie, Schach, Kryptographie und die vielen Sportprojekte wie Tennis, Mountainbike, Ponyreiten, Fußball, Basketball oder Gleichgewichtssportarten.

Aber es wurden auch neue Projekte angeboten wie beispielsweise Schulung der Netpiloten, Betriebsbesichtigung und Arbeitswelt, Ernährung mit Kalorienzählen in einem Schnellrestaurant und einem Einkauf für ein gesundes Frühstück in einem Laden, in dem es nur unverpackte und heimische Bioprodukte gibt. Auch Creative Writing war neu. Mit Hilfe von „Storybird“, einem Tool zum kreativen Schreiben, entstanden viele interessante und illustrierte Geschichten. Sehr begehrt war auch das Projekt Experimente in der Chemie, bei dem am ersten Tag die Feuerwehr besucht wurde und die Schüler viel zum Thema Brandschutz und Feuerlöschen lernten und am zweiten Tag mit Oberstufenschülern Experimente durchführen durften. Großer Dank gilt sowohl allen Eltern, die Ihre Zeit und Know-how zur Verfügung gestellt haben, als auch allen Schüler*innen, die sich bereit erklärt haben, ein Projekt mitzuleiten.

 

Auch die Q11 war an den Projekttagen beteiligt. Herr Streun berichtet von einem Projekt, das einen Besuch beim Jugendrichter beinhaltete:

„15 Schüler der Q11 konnten drei Verhandlungen im Amtsgericht hautnah miterleben: Der Jugendrichter Bernd Krieger hatte an diesem Vormittag zuerst einen Fall von Trunkenheit auf dem Fahrrad zu verhandeln, was nicht lange dauerte, da der Angeklagte unentschuldigt nicht zum Termin erschien und somit Haftbefehl erlassen wurde. Im zweiten Fall ging es um einen Jugendlichen, der wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt war und letztlich auch verurteilt wurde. Bei diesem Fall wurden auch Zeugen vernommen und Plädoyers des Staatsanwalts und Verteidigers waren zu hören.Der letzte Fall endete mit einer Einstellung des Verfahrens. Ein geistig behinderter junger Erwachsener hatte betrunken in der Zellerau mehrere Spiegel an Autos abgetreten.

Besonders beeindruckend bei allen Verhandlungen war natürlich, dass die Betroffenen kaum älter als die Schüler im Publikum waren und sich alles in Würzburg an bekannten Orten ereignet hatte. Die Offenlegung der Privatsphäre vor Zuhörern, der Umgang mit den eigenen Emotionen, die Tatsache, wie nahe die vorgetragenen Fälle dem Alltag, wie weit entfernt aber auch die Lebenswirklichkeiten der Angeklagten von dem Leben unserer Schüler sind, hat den ein oder anderen doch zum Nachdenken gebracht.

Richter Krieger hat unsere Gruppe immer wieder angesprochen und sich am Ende 40 Minuten Zeit genommen, um Fragen zu beantworten und bewegende Erlebnisse aus seinem pädagogischen Beruf zu erzählen, denn – so hat er mehrfach wiederholt – die Aufgabe eines Jugendrichters ist es nicht zu strafen, sondern zu erziehen. Die Kreativität, mit der er sich sogenannte Weisungen ausdenkt, hat uns alle berührt. Es kann nur jedem empfohlen werden, öffentliche Verhandlungen vor allem des Jugendgerichts zu besuchen. Ein Lerneffekt ist garantiert.”