Nachruf zum Tod von Dr. Manfred Janke

Ein (Schul-)Leben in Bildern

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Oberstudiendirektor a.D.
Dr. phil. Manfred Janke

 

Am 24. 12. 2016 verstarb Dr. Manfred Janke, der ehemalige Schulleiter des Riemenschneider-Gymnasiums, im Alter von 78 Jahren.

Janke wurde 1938 in Ratibor in Oberschlesien geboren. Auf der Flucht vor der Sowjetarmee kam er 1945 im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Ansbach, wo er trotz vieler Jahre in materieller Not und katastrophaler Lebensbedingungen in einem Flüchtlingsheim 1957 sein Abitur am Gymnasium Ansbach ablegte.

Schon im Alter von 24 Jahren promovierte er nach dem erfolgreichen Studium an der Universität Würzburg im Fach Alte Geschichte.

dr-janke-referendarDr. Janke als Studienreferendar

Insgesamt 40 Jahre war Janke im Schuldienst tätig, davon 23 Jahre als Schulleiter. Er unterrichtete Latein, Griechisch, Geschichte, Sozialkunde und Geographie. Gleich nach dem Zweiten Staatsexamen wurde er dem Riemenschneider-Gymnasium zugewiesen. Von 1975 bis 1979 war er Seminarlehrer für Sozialkunde am RIG.

Nach sieben Jahren als Schulleiter am Gymnasium Elsenfeld kam er 1986 als Schulleiter zurück ans Riemenschneider-Gymnasium, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 blieb. In dieser Zeit war er für richtungsweisende Entscheidungen verantwortlich. So setzte er die Einführung des neusprachlichen Zweiges als Ergänzung zum humanistischen Profil der Schule durch. Wenig später wurde der humanistische Zweig durch den naturwissenschaftlichen ersetzt. Wie richtig diese Entscheidungen waren, zeigte sich daran, dass die Schule nach Jahren sinkender Schülerzahlen schon bald wieder deutlich mehr Neuanmeldungen verzeichnen konnte.

Von 1989 bis 1990 war Janke parallel zu seiner Funktion als Schulleiter in Würzburg auch am Kultusministerium von Sachsen-Anhalt in Magdeburg tätig, wo er nach dem Mauerfall aufgrund seiner großen Fachkompetenz gebeten wurde, beim Aufbau eines tragfähigen Schulsystems in den neuen Bundesländern mitzuhelfen.

Selbst ein begeisterter und versierter Tennisspieler (siehe Bild), war Dr. Janke maßgeblich daran beteiligt, die lange und erfolgreiche Tradition der RIG-Tennismannschaften zu begründen.dr-janke-tennis

Dr. Janke war als willensstarker, durchsetzungsfähiger Schulleiter bekannt und war aufgrund seiner Geradlinigkeit und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns bei Schülern, Lehrerkollegium und Eltern überaus beliebt. Darüber hinaus war er wegen seines Humors geschätzt. Zum Anlass seiner Pensionierung schenkte er dem Schulorchester eine Pauke, mit der Begründung: „Wenn ein Pauker geht, muss er wenigstens eine Pauke hinterlassen.”

Auch nach seiner Pensionierung blieb Janke der Schule eng verbunden. Noch 2015 trat er als Zeitzeuge bei der Präsentation des P-Seminars „Geschichten und Geschichtchen vom RIG” eindrucksvoll in Erscheinung (siehe Mainpost-Artikel vom 5. 2. 2015 unten). Im Sommer 2016 betrat er anlässlich der Verabschiedung von StD Johannes Beck zum letzten Mal „sein” RIG (siehe Bild ganz unten).

Die Schule wird Herrn Dr. Janke in Dankbarkeit ein ehrendes Gedenken bewahren.

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